Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

MPU ein Idiotentest?

Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) stellt Betroffene vor umfangreiche Herausforderungen, Foto: © m.schuckart - Fotolia.com

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (abgekürzt: MPU) dient der Beurteilung der Kraftfahreignung eines Antragstellers. Diese im Volksmund häufig mit dem negativen Begriff "Idiotentest" belegte Prüfung ist ein wichtiges Instrument für die Sicherstellung der Verkehrssicherheit auf unseren Straßen und unterleigt daher einem strengen Qualitätssicherungssystem, das durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) als neutrale Stelle überprüft wird. MPU gibt es seit 1954 in Deutschland.

Sinn und Zweck der MPU

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) liefert eine auf Fakten und Erfahrungswissen basierende Wahrscheinlichkeitsaussage über die Entwicklung des Verhaltens eines Verkehrsteilnehmers in der Zukunft. Die Prognose fällt positiv aus, wenn belegbare Hinweise auf stabile Verhaltens- und Einstellungsänderungen im verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Bereich vorliegen.

MPU-Beratungen können bei Fachpsychologen für Verkehrspsychologie oder verkehrspsychologischen Beratern durchgeführt. Akkreditierte Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung sind verschiedene Träger wie z.B. der TÜV. Eine Auflistung der Begutachtungsstellen für die Fahreignung finden Sie z.B. bei der Bundesanstalt für Straßenwesen. Bevor die Fahrerlaubnis wieder erteilt werden kann, prüft die zuständige Behörde, ob das Gutachten nachvollziehbar ist.

Abstinenznachweis

Bei Drogen- oder Alkoholdelikten ab 1,6 Promille wird der Führerscheinentzug von einem unabhängigen Gutachter eingestuft. Je nachdem wie diese Beurteilung ausfällt, muss unter Umständen der Nachweis einer erfolgreichen Entziehungskur sowie ein Abstinenznachweis von bis zu 12 Monaten in der MPU vorgelegt werden. Dies erfährt der Betroffene Fahrer in der Regel jedoch nicht von der Fahrerlaubnisbehörde. Ein Grund mehr sich vorab beraten zu lassen, damit man nicht die Sperrfrist unnötig abwartet und am Ende das Geld für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung "umsonst" bezahlt hat. Dies würde nämlich weitere 12 Monate an Abstinenznachweissammlungen bedeuten.

Kosten für eine MPU

Die Kosten einer MPU sind in der GebOSt geregelt. Sie betragen für Alkohol- und Drogenuntersuchungen 338,00 Euro netto. Bei kombinierten Fragestellungen erhöht sich die Untersuchungsgebühr um die Hälfte der jeweils höchsten Teilgebühr. Drogenuntersuchungen sind deshalb am teuersten, weil ein Drogenscreening mit einer zusätzlichen Gebühr von 128,00 Euro abgerechnet wird. Hinzu kommen unter anderem Kosten für Zweitschriften und Gutachtenversand. Vielfach liegen die gesamten Gebühren für die MPU über 500,00 Euro.

Für die vorbereitenden Angebote im Vorfeld einer MPU fallen zusätzliche Kosten an. Von Verkehrspsychologen werden in der Regel um die 60 bis 100 Euro pro Sitzung veranschlagt.

Hinweis: Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wird überarbeitet

Im Oktober 2012 hat Bundesverkehrsminister Ramsauer die Überarbeitung der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) angeregt. Mehr Einzelfallgerechtigkeit, Rechtsgleichheit, Qualität und Transparenz. Fachlich erfolgt die Überarbeitung durch die BASt als unabhängige wissenschaftliche Einrichtung, also losgelöst von wirtschaftlichen Interessen.

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