Giulietta Sprint wird 50 - Erfolgreichstes Coupé von Alfa Romeo [2]
Klassische Mailänder Avantgarde
Zwei Jahre nach dem Debüt des ersten Giulietta Sprint folgte die nächste Evolutionsstufe der Baureihe: der Giulietta Sprint Veloce, eine Homologationsserie zur Teilnahme an der Mille Miglia 1956. Die Hauben, Türen und Stoßfänger bestanden aus Leichtmetall; in Allianz mit weiteren gewichtsreduzierenden Maßnahmen ging der Veloce mit nur 780 Kilogramm (minus 72 Kilo) an den Start. Seine 80 PS garantierten 170 km/h Höchstgeschwindigkeit und damit reichlich Abstand zum Wettbewerb. Selbsterklärend ist die Tatsache, dass Alfa Romeo kurz nach dem Sprint auch einen Giulietta Spider Veloce einführte, der allerdings da nicht für den Einsatz im Motorsport konzipiert ohne Leichtbauteile auskam.
Optimiert für die Rennstrecke
Am 24. Juni 1959 präsentierte Alfa Romeo in Monza die aktualisierte, zweite Generation des Giulietta Sprint. Das auf der Rennstrecke vorgestellte neue Modell war von keinem Geringeren als Giorgetto Giugiaro, der damals noch für Bertone in Lohn und Brot stand, dezent optimiert worden. Die Leistung der Serienversion stiegt auf Veloce-Niveau (80 PS), die Spitzengeschwindigkeit ebenfalls. Deshalb folgte nahezu parallel auch die zweite Serie des Veloce; der war nun 96 PS stark und 175 km/h schnell. Gegen Aufpreis stand für den Giulietta Sprint Veloce jetzt auch ein Fünfganggetriebe zur Verfügung, das erstmals 1957 für die aerodynamisch optimierte, 100 PS starke und über 180 km/h schnelle Sonderversion Giulietta Sprint Speziale eingesetzt wurde.
Wie dieser Speziale (später 112 PS stark), debütierten über die Bauzeit des Giulietta Sprint weitere sportliche Sonderversionen, wie etwa der ebenfalls 100 PS starke Giulietta SZ, der gemeinsam mit Zagato konzipiert und dort auch gebaut wurde. Im Juni 1962 taufte das Unternehmen den Giulietta Sprint und Spider in Giulia um. Hintergrund: Die neue Giulia Limousine hatte inzwischen den viertürigen Giulietta abgelöst und damit eine modifizierte Nomenklatur für die Mittelklasse-Modelle eingeführt. Kraftvoller Nebeneffekt: Sprint und Spider erhielten parallel den neuen 92-PS-Motor des Giulia.
Ein Jahr später folgt der gänzlich neue Giulia Sprint. Und doch war der "Alte" aufgrund anhaltender Beliebtheit weiterhin im Programm. Zwei Autos, ein Name? Ging nicht. Der nun als Abschiedserie wieder vom 1.290 cm3 großen 80-PS-Motor angetriebene "Giulietta Sprint" erhielt deshalb die Bezeichnung 1300 Sprint. Allein zwischen 1964 und 1965 wurden von ihm weitere 1.800 Exemplare ausgeliefert. Dann war endgültig Schluss, denn Alfa Romeo preschte mit dem extrem erfolgreich angenommenen Giulia (mehr als 224.000 gebaute Exemplare) auf und davon in Richtung Zukunft.
Doch das Styling des einzigartigen Giulietta Sprint prägt die Marke Alfa Romeo bis heute. Nicht zuletzt deshalb feiert die nunmehr seit 94 Jahren bestehende Mailänder Avantgardemarke vom 15. Mai bis zum 20. Juni mit einem umfangreichen Geburtstagsprogramm den Stammvater aller modernen GT-Modelle. Darunter zwei internationale Giulietta-Treffen (rund 70 Prozent aller jemals gebauten Giulietta Sprint erfreuen sich auch 2004 bester Kondition) sowie die Ausstellung Der Giulietta und seine Zeit (jeweils in Mailand), ein historisches Rennen (in Monza) und ein Open-Air-Konzert der Mailänder Scala.
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