Konzept "Senso" erfühlt die Stimmungen seines Fahrers
Sinnlichstes Auto der Welt
Ein Wagen, der seinen Fahrer "erfühlt" sorgt demnächst in Genf für Furore. Das Fahrzeugkonzept des "Senso", den die renommierte Schweizer Design- und Konzept-Schmiede Rinspeed und Bayer MaterialScience entworfen haben, ist nicht ohne Grund das "sinnlichste" Auto der Welt. Denn "Senso" misst die biometrischen Werte des Fahres- und wirkt dann mittels Mustern, Farben, Musik und Düften positiv auf den Lenker. Der Grund: Ein ausgeglichener Fahrer fährt einfach sicherer.
So misst beispielsweise eine biometrische Polar-Uhr die Pulsfrequenz des Fahrers. Eine "Mobile Eye"-Kamera registriert sein Fahrverhalten, also wie und wie häufig er die Fahrspur wechselt und wie dicht und schnell er auf vorausfahrende Autos auffährt. Nun - so die Vision - wertet ein HP-Bordrechner die erhobenen Daten aus und schließt mit Hilfe spezieller Algorithmen auf den momentanen Gemütszustand des Fahrers.
Auf Basis der errechneten Werte erhält der Pilot nun die sinnansprechenden Impulse, um ihn in einen Zustand entspannter Aufmerksamkeit zu versetzen. Im "Senso" rücken - je nach momentaner Verfassung des Fahrers - vier kleine Sharp-LCD-Bildschirme stimulierende (orange/gelb), beruhigende (blau/violett) oder neutrale (grün) Farbmuster ins Blickfeld des Fahrers. Sie sind eingefügt in die futuristisch gestaltete Innenverkleidung, die als gesamte Fläche leuchtet und das Cockpit in ein blendfreies, ambientes Licht taucht.
Verstärkung erhalten die optischen Reize durch eigens komponierte Klänge, die auf einem Rechner digital gespeichert sind. Neben Auge und Ohr wird auch die Nase über vom Geruchs-Spezialisten CWS/Voitino
entwickelte Düfte, die der Lüftung entströmen, angesprochen. Und selbst der Tastsinn des Menschen wird eingespannt: Stellt der Zentralrechner Müdigkeitssymptome beim Fahrer fest, so sollen im Sitz integrierte Elektromotoren ihn - im wahrsten Sinnes des Wortes - wachrütteln.
Ein derart atemberaubender Body hüllt sich natürlich in Extravagantes, das nicht von der Stange zu haben ist: Der seidenmatt-schillernde Effektlack des "Senso" mit den in den Bayer-Labors entwickelten Lackrohstoffen ist ein Maßanzug, den es so nur ein einziges Mal für die Designschmiede Rinspeed gibt. Ein
Softfeel-Klarlack im Interior verleiht dem gleichen Farbton zusätzlich noch eine angenehm weich anfühlende Oberfläche.
Angetrieben wird der 1385 Kilogramm leichte "Senso" von einem 3,2-Liter Boxermotor aus dem Porsche Boxster S, der für den Einsatz im "Senso" auf Betrieb mit Benzin und Erdgas umgerüstet wurde. So strömen aus dem Auspuff bis zu 30 Prozent weniger umweltschädliches CO2. Der Motor leistet 250 PS/184 kW bei 6 200 U/min und produziert ein maximales Drehmoment von 300 Nm bei 4 600 U/min. Für die Kraftübertragung zur Hinterachse sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe. Damit beschleunigt der "Senso" in 5,9 Sekunden von 0 - 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.
Die futuristische Karosserie sitzt auf einem speziell von KW automotive entwickelten Fahrwerk, das sowohl in der Höhe als auch in der Härte justierbar ist. Dabei ist den Fahrwerksingenieuren das seltene Kunststück gelungen, eine perfekte Synthese aus Fahrkomfort und sportlichem Handling zu erreichen.