RINSPEED DESIGN, die schweizerische Kreativschmiede für automobile Konzepte und Emotionen, überrascht zu ihrem fünfundzwanzigjährigen Firmenjubiläum mit einer ganz besonderen Attraktion: dem Rinspeed Presto.
Der Rinspeed Presto lässt sich in weniger als zehn Sekunden per Knopfdruck von einem knapp 3 Meter kurzen offenen Zweisitzer - presto - in einen 3.7 Meter langen geräumigen Viersitzer verwandeln. Dabei bietet der Presto den hinteren Passagieren jeden Raum zur freien Entfaltung. Der gewonnene Raum lässt sich durch Umlegen der Rücksitzlehnen alternativ auch als Pick-up-Ladefläche nutzen.
Der Verwandlungstrick
Die fast magische Verwandlung macht ein mittig angeordneter Elektromotor möglich, der über zwei mechanische Spindelgetriebe das Fahrzeug um genau 746 Millimeter auf 3.74 Meter in die Länge schiebt. Die miteinander verbundenen Längsträger laufen dabei auf Leichtlaufpräzisionsrollen und verschwinden - ähnlich einer Schublade - in der Bodengruppe. Trotz der Längenvariabilität ist es den Ingenieuren dabei das Kunststück gelungen, das verstellbare Presto-Fahrgestell mit der für einen Roadster notwendigen Steifigkeit und Verwindungsfreiheit zu konstruieren. Um den Anforderungen an höchste Sicherheit gerecht zu werden, ist der Verstellmechanismus zusätzlich mit selbstverriegelnden Sicherungen ausgestattet.
Der umweltfreundliche Antrieb
Für den zukunftsgerichteten und sehr umweltfreundlichen Antrieb sorgt ein Vierzylinder-Common-Rail Turbodieselmotor als Zündstrahlmotor (Dual-Fuel = kombinierter Erdgas-Dieselbetrieb) auf Mercedes-Benz Basis mit 1,7-Litern Hubraum. Als Kraftstoff wird ein Erdgas-Diesel-Gemisch im Verhältnis von 40 zu 60 verwendet. Erdgas ist ein sehr sauber verbrennender Treibstoff, der beinahe völlig aus Methan besteht und fast keinen Schwefel aufweist. Da der Dieselmotor ohne Zündkerzen auskommt, ist allerdings ein reiner Erdgasbetrieb mangels Zündquelle nicht möglich.
Das Prinzip des Zündstrahlmotors ist denkbar einfach: In die Ansaugluft des Motors wird Erdgas eingeblasen. Der Dieselkraftstoff wird wie beim Serienmotor in den Brennraum eingespritzt, wo er statt reiner Luft ein Gemisch aus Luft und Erdgas zündet.
Um den aufgeladenen Reihenmotor auf Erdgas/Diesel-Betrieb umzustellen, sind eine Reihe von Maßnahmen wie der Einbau eines Erdgastreibstoffbehälters und eines Gaseinblase-Sytems notwendig. Kernstück der Modifikationen ist jedoch die Anpassung des Kennfeldes für das Motormanagement. Dabei ist das Erdgaskennfeld ist so ausgelegt, dass bei Störungen die serienmäßige Dieselkennfeldsteuerung unverändert die Motorsteuerung übernimmt. Damit bietet die Dual-Fuel-Technologie die gleiche Zuverlässigkeit wie ein Serienfahrzeug.
Das Potential dieser Technik zur Reduktion der Abgasemissionen und des Treibstoffverbrauchs ist markant. So liegen die Emissionen von Stickoxiden und Kohlendioxid um 10 Prozent unter dem bereits außerordentlich niedrigen Niveau des Serienmotors, bei den Russpartikeln liegt der Vorteil sogar bei bis zu 40 Prozent. Damit unterbietet der Dual-Fuel-Motor locker alle derzeit geltenden und geplanten Grenzwerte. Auch der Durchschnittsverbrauch liegt um durchschnittlich 10 Prozent unter dem Serienpendant.
Die Schonung der Umwelt geht dabei nicht auf Kosten des Fahrspasses: Der aufgeladene Vierventiler produziert eine Höchstleistung von 120 PS / 88 kW bei 4’200 U/min. Das maximale Drehmoment von 224 Nm liegt bereits bei 1’600 U/min an. Auch die Fahrleistungen können sich durchaus sehen lassen. Der nur 865 kg schwere Verwandlungskünstler beschleunigt in ca. 10.5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 180 km/h.
Bitte recht freundlich …
Schon auf den ersten Blick weckt das freundlich lächelnde Gesicht des Presto allerorten Sympathien. Die tief nach unten gezogene Motorhaube, deren Konturen von einem Wulst definiert werden, umschliesst einen mundförmigen Kühlergrill, dessen kess nach oben gezogene Mundwinkel deutlich ‚Hallo - Gute Laune’ signalisieren. Die Karosserie des Presto geht dabei nahtlos in den Frontspoiler über, eine Stossstange in herkömmlichen Sinn gibt es nicht. Die Scheinwerfer des Presto stammen aus dem Sport Coupe der Mercedes C-Klasse.
In seiner Inkarnation als äußerst wendiger, parkraumsparender City-Flitzer wirkt der Roadster sportlich-gedrungen, was nicht zuletzt durch die extrem kurzen Überhänge bewirkt wird.
Mit einem Radstand von 1’750 Millimetern und einer Gesamtlänge von 2.99 Metern passt er so auch in kleinste Parklücken. Als Viersitzer dagegen erscheint der Roadster mit einem Radstand von 2.496 Millimetern eher lang gezogen. Die seitlichen Remus-Auspuffrohre dienen dabei nicht nur der sportlichen Optik. Mit ihrer Hilfe gelang es den Ingenieuren auch, eine längenvariable und damit komplizierte Abgasführung zu vermeiden. Sie erlauben es der Karosserie beim Verwandlungs-vorgang störungsfrei vorbeizugleiten. Die oberen Rohre sind als ausschwenkbare Einstiegshilfen für kleinere Personen konzipiert, da der Presto über keine Türen verfügt.
Die gesamte Karosserie des Presto besteht aus im Fahrzeugbau selten verwendeten Pre-Preg-Composite, einem hochmodernen Kunststoff, der bei niedrigem spezifischen Gewicht ausserordentlich hohe Stabilität bietet.
Zeig mir den Weg
Für das Heck - und teilweise auch für die Front - des Presto haben sich dir Createure des Rinspeed Presto etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Anstelle herkömmlicher Leuchtflächen informiert der Rinspeed Presto andere Verkehrsteilnehmer schriftlich über die Absichten seines Fahrers. Die dabei eingesetzte lichtstarke LED-Technik stammt von in.pro. Beim Bremsen erscheint der international verständliche Begriff "Stop" auf den Bremsleuchtflächen, Abbiegeab-sichten werden durch den Begriff "Turn" auf den Blinkerleuchtflächen angekündigt. Bei einge-schalteten Stand- oder Fahrlicht leuchtet der Name "Presto" auf den hinteren Leuchtflächen auf. Eine in der Rückleuchte integrierte Farbkamera zeigt im zentralen Innenspiegel alle verborgenen Hindernisse auf.
Auch im Interieur kann der Presto seine edle Abstammung nicht verleugnen, stammt doch das Armaturenbrett aus der A-Klasse, die vier Sitze aus dem Smart. Das leuchtorange Interieur ist genauso vielseitig wie die Karosserie. Der bequeme Zweisitzer verwandelt sich im Handumdrehen in einen geräumigen Pick-up oder viersitzigen Roadster. Dabei steht den hinteren Passagieren mehr Beinfreiheit zur Verfügung als dies selbst in der A-Klasse mit langem Radstand der Fall ist. Die hinteren Sitze sind zusätzlich einzeln umklappbar und lassen dadurch fast jeden individuellen Platzwunsch realisieren.
Leuchtende Innereien
Die exklusiven und reflektierenden Stoffmaterialien von Xmobil sorgen für eine sehr auffällige aber doch behagliche Atmosphäre. Auch für die Unterhaltung an Bord ist bestens gesorgt. Der HiFi-Sound der Sony-Stereoanlage wird von drahtlosen Kopfhörern übertragen. Foliatec steuerte viele pfiffige Stylingelemente für das Interieur und die Karosserie bei.
Das Meta-Sat-Sicherheitssystem läßt Langfingern keine Chance. Über eine GSM- und eine Satellitenverbindung kann der Rinspeed Presto jederzeit verfolgt, lokalisiert und immobilisiert werden. Das Meta-Sat-System ist mit einem Keyless-Entry-System von in.pro. gekoppelt, das das Sicherheitssystem bereits aus einer Entfernung von drei Metern deaktiviert.
Reifen und mehr
Der Rinspeed Presto rollt auf einteiligen Antera Rädern (7.5x17 ET 17 mm vorne, 8.5x17 ET 52 mm hinten), die vorne an speziell entwickelten Eibach-Federn einzeln aufgehängt sind. Hinten kommt eine Verbundlenkerachse ebenfalls mit Eibach-Federn zum Einsatz.
Bei der Bereifung fiel die Wahl der Rinspeed-Konstrukteure auf SportContact 2-Reifen von Continental (205/50 vorne und 235/45 hinten), die ihr bionisches und umweltfreundliches Design mit grünen Laufflächen unterstreichen.