Leuchtende Kinderaugen, aufgeregtes Gewusel und knatternde Karts - das war für einen Tag die Welt des Timo Glock. Der 25-Jährige adoptierte am Dienstag übergangsweise fünf Bambini-Kartfahrer - also junge Kart-Kids im Alter zwischen sechs und 12 Jahren.
Unter der Fittiche des Formel 1-Testfahrers sollten sich die Kleinen auf der Kartbahn in Kerpen - der Heimbahn von Michael Schumacher - beweisen. In einer Aktion der Deutsche Post Speed Academy, deren Aushängeschild Timo ist. Der Kindertag ging auf die Initiative eines anderen Speed-Akademikers zurück. "Christian Menzel hat sich Gedanken gemacht, wie man mit der Speed Academy noch weiter unten, im jüngeren Alter, mit Förder- und Sichtungsprogrammen anfangen kann."
Der gebürtige Langenfelder, der inzwischen in Kelberg in unmittelbarer Nähe des Nürburgrings wohnt, fährt für tolimit motorsport im Porsche Supercup und Carrera Cup. Das tolimit-Team gehört Timos Manager und Speed Academy-Ideengeber Hans-Bernd Kamps. Menzel wiederum ist schon zweifacher Kindsvater, hat also einen direkteren Bezug zu den Knirpsen als Timo.
Auf der Kerpener Kartbahn bildeten die Akademiker fünf Gruppen. Unter der Regie der aktuellen Academy-Absolventen Maro Engel, Stephanie Halm und Christian Vietoris sowie von Timo und dem letztjährigen Akademiker Marcel Jelenowski, der inzwischen mit einem 125-ccm-Schaltkart in der Kart-WM und -EM unterwegs ist, knatterten die Kinder den ganzen Tag durchs Rheinische. "Wir beobachteten die Linien und ihren Fahrstil und gaben ihnen den einen oder anderen Tip", sagt Timo. "Da es auch noch geregnet hat, konnten wir beim Zuschauen sehr gut erkennen, wer ein Gefühl fürs Fahren hat und wer eine gute Regenlinie findet. Das war ein durchaus aussagekräftiger Tag. Allein in meiner Gruppe waren zwei oder drei offensichtlich talentierte Kids dabei. Was mit denen weiter passiert, kann man noch nicht abschätzen. Vielleicht kommt ja sogar mal was mit der Deutsche Post Speed Academy zustande. Aber wir brauchen uns um den Motorsport-Nachwuchs in Deutschland auf jeden Fall keine Sorgen zu machen."
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Foto: Sutton