Hybridantrieb

Hybridfahzeuge bieten das Beste aus zwei Welten

Fahrzeuge mit Hybridantrieb, im Englischen Hybrid Electrical Vehical Device (HEV) genannt, werden im Rahmen steigender Kraftstoffpreise und stetig verbesserter Technik in den letzten Jahren immer attraktiver. Immerhin versprechen Automobilhersteller deutliche Kraftstoffeinsparungen und einen umweltfreundlicheren Betrieb von Kraftfahrzeugen dieser Art. Die Idee des Hybridantriebs ist allerdings nicht neu: schon 1896 entwickelte Ferdinand Porsche den ersten elektrischen Radnabenmotor und setzte im Jahre 1900 mit dem Wiener Fahrzeugbauer Ludwig Lohner den "Lohner Porsche" mit Hybridantrieb um, der erstmals auf der Weltausstellung in Paris präsentiert wurde.

Toyota Auris Hybrid Schnittmodel Schnittmodeldes durch den Hybrid-Motor des Toyota Auris Hybrid (HSD), Foto: Toyota

Der Begriff Hybrid stammt aus dem Griechischen und steht für "von zweierlei Herkunft, gemischt". Dementsprechend verfügen Hybridautos in der Regel über eine Kombination aus zwei Antriebsarten, meist aus einem Verbrennungsmotor und einem Elektromotor. Die Elektromaschine wird von wiederaufladbaren Batterien bzw. Akkus mit Energie versorgt. Gängige Batterietypen sind Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren (NiMH) oder Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion). Letztere sind z.B. aus Mobiltelefonen oder Laptops bekannt. Diese Akkus speichern während der Fahrt erzeugte überschüssige Energie, die zum Beispiel beim Bremsen entsteht, und geben diese bei Bedarf wieder an den Antrieb ab. Durch den kombinierten Antrieb kann der Kraftstoffverbrauch erheblich gesenkt und der allgemeine Schadstoffausstoß verringert werden. Mit Hybridfahrzeugen fährt man also deutlich umweltschonender und zudem steuergünstig. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich zudem sogenannte Plug-in Hybridantriebe, bei denen die Speicher-Akkus über normale Steckdosen aufgeladen werden können.

Fahrer die eine normale Gangschaltung bevorzugen ziehen allerdings den Kürzeren: Hybridfahrzeuge gibt es nur mit Automatikgetriebe. Dafür können diese gegenüber einem normalen Benzinern aber im Bereich der Effizienz- und Leistungssteigerung auftrumpfen. Dank der Kombination beider Motoren kann ein solches Fahrzeug meist schneller beschleunigen als Fahrzeuge mit einem üblichen Benzin- oder Dieselmotor. Etwas ungewohnt ist für viele Nutzer allerdings der äußerst leise Betrieb: weil der Verbrennungsmotor auch bei normaler Fahrt mit sehr niedriger Drehzahl läuft, sind Hybridautos erheblich leiser als übliche Kraftfahrtzeuge. Bei einer Massennutzung dieser Technologie würde sich dieser Umstand somit positiv auf die Lärmbelastung in Städten auswirken.

Toyota Auris Hybrid-Motor Exemplarischer Hybrid-Motor, Foto: Toyota

Hybridantriebe sind besonders für die Stadt geeignet

Da der Elektromotor in Hybridfahrzeugen den Verbrennungsmotor mit seiner Leistung unterstützt und speziell für das Anfahren sowie für geringere Geschwindigkeiten konzipiert ist, eignet sich der Einsatz solcher Wagen vor allem für Ballungsgebiete und Städte mit viel Stop-und-Go-Betrieb. Kürzere Strecken können je nach Hybridvariante auch rein elektrisch gefahren werden - allerdings sind die Reichweiten in diesem Modus bisher stark eingeschränkt. Der Toyota Prius zum Beispiel, der als erstes Serienmodell mit Hybridmotor 1997 auf den Markt kam, schafft in seiner aktuellen Baureihe nur eine Strecke von ca. 25 Kilometer in rein elektrischem Betrieb.

Hybridtechnik bietet nicht nur Vorteile

Trotz der vielen Vorteile bringt ein Hybridantrieb auch einige negative Aspekte mich sich, die vor der Anschaffung eines solchen Fahrzeugs berücksichtigt werden sollten. Denn obwohl Hybrid- Autos deutlich weniger Kraftstoff verbrauchen als Fahrzeuge mit gängigem Verbrennungsmotor, ist der Einsatz fossiler Brennstoffe weiterhin notwendig. Somit erzeugt auch ein Hybridantrieb laufende Treibstoffkosten und es fallen weiterhin Emissionen an - im Gegensatz etwa zum reinen Elektroantrieb. Zudem sind Herstellung und Entsorgung der Akkus energie- und kostenaufwendig, was die Ökobilanz der Hybridtechnologie zusätzlich eintrübt. Auch die relativ geringe Lebensdauer der Akkus, die durch das häufige Auf- und Entladen mit den Jahren an Leistungsfähigkeit einbüßen, sollte bedacht werden. Denn wenn ein neuer Energiespeicher angeschafft werden muss, schlägt diese Investition schnell mit 2.000 bis 3.000 Euro zu Buche. Darüber hinaus muss erst eine Werkstatt ausfindig gemacht werden, die ein solches Fahrzeug im Schadensfall reparieren kann. Auschlaggebend dürfte aber vor allem der Anschaffungspreis eines Hybrid-Models sein. Da solche Fahrzeuge in der Regel noch deutlich teurer sind als ihre Benzin/Diesel-Geschwister, könnte allein dieses Argument viele Käufer abschrecken.

Hybridtechnologie auf dem Weg nach vorn

Wie bei allen Antriebsarten sollte der Käufer anhand seiner persönlichen Bedürfnisse entscheiden, welche Antriebsart oder Motorisierung am besten für Ihn geeignet ist. Neben Elektroantrieb oder Autogas bietet der Hybridantrieb aber schon heute eine interessante Alternative – auch wenn für den Massenmarkt noch einige Verbesserungen anstehen. Nichtsdestotrotz ist eine deutlich positiven Entwicklung in diesem Marktsegment festzustellen: im Jahr 2007 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 11.275 Hybridwagen in Deutschland gemeldet. Anfang Januar 2013 waren es bereits 64.995 - Tendenz deutlich steigend.

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