Nachdem am Morgen starke Regenfälle das Wetter bei der Argentinien Rallye bestimmten, sahen sich die Fahrer mit nebelartigen Sichtverhältnissen und völlig aufgeweichten Straßen konfrontiert. Der Mann des Vormittags war Mikko Hirvonen. Der erwartete Nachteil seiner frühen Startposition verwandelte sich in einen Vorteil, da er noch die besten Bedingungen vorfand und sich die Streckenverhältnisse kontinuierlich von Fahrer zu Fahrer verschlechterten. Dennoch war es beeindruckend, wie er bereits auf der ersten Etappe 48 Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger herausfuhr. Danach gelang es Sébastien Loeb zwar sein Tempo zumindest zu halten, doch am Ende der ersten Schleife standen für Hirvonen drei Etappenbestzeiten und ein Vorsprung von fast 53 Sekunden zu Buche. Doch dann kam das frühe Ende für Hirvonens Sieg Ambitionen, auf der fünften Etappe streifte er einen Stein und viel aus.
Für Sébastien Loeb, der noch am vormittag etwas mit dem unglaublichen Speed von Hirvonen gehadert hatte, zahlte sich seine vorsichtige Fahrweise damit aus. Seine Geschwindigkeit war den ganzen Tag über zwar nicht überragend, so gelang es ihm auch nur eine Tagesbestzeit, aber er lieferte eine unglaublich konstante Leistung ab. Auf jeder Etappe landete er unter den besten fünf und konnte sich sogar einen Dreher erlauben. Am Ende des Tages hatte er so über eineinhalb Minuten Vorsprung auf Rang zwei.
Auf diesem Platz liegt der erneut starke Chris Atkinson. Allerdings hat er seinen Teamkollgen Petter Solberg im Nacken, der zwischenzeitlich mit Dämpferproblemen zu kämpfen hatte. Ebenfalls in Schlagdistanz ist auch Gigi Gallo, den nur 17 Sekunden von Rang zwei trennen und dem am heutigen Tage sogar eine Etappenbestzeit gelang.
Auf Platz fünf liegt hingegen Daniel Sordo, der lange Zeit in einen Kampf mit Petter Solberg verstrickt war, dann aber Handlingprobleme bekam und etwas zurückfiel. Dennoch hat er einen beruhigenden Vorsprung vor Federico Villagra, der nach Mexiko auch hier bei seiner Heimrallye eine starke Leistung bot und am Ende des ersten Tages mit Rang sechs belohnt wurde.
Siebter ist derzeit Matthew Wilson direkt vor Jari- Matti Latvala, bei dem es fast schon als ein kleines Wunder zu bezeichnen ist, dass er bereits wieder in den Punkterängen angekommen ist. So überschlug sich der Finne auf der zweiten Etappe und verlor fast 10 Minuten. Dass ihm direkt danach auf der dritten Etappe mit einem doch leicht beschädigten Fokus eine Bestzeit gelang, bestätigt nur, dass auch er heute eigentlich sehr schnell unterwegs war, was auch zwei weitere Bestzeiten untermauerten. Mit über drei Minuten Rückstand auf Villagra und insgesamt fast neuneinhalb Minuten Rückstand auf Sébastien Loeb am Ende des Tages wird es für ihn aber schwer weiter nach vorne zu kommen.
Ebenfalls nicht der Tag war es erneut auch für Suzuki. Per Gunnar Andersson hatte berits auf dem Weg zur ersten Etappe Elektronikprobleme zu beklagen und musste aufgeben. Nicht anders erging es seinem Teamkollegen, der bis zu seinem Ausfall auf der der achten Etappe jedoch erneut unter Beweis stellte, dass der Suzuki auch in Argentinien die Geschwindigkeit gehabt hätte, um in die Punkte zu fahren. Beide Piloten werden die Rallye morgen fortsetzen, um weitere Erfahrungswerte zu sammeln.
Wie auch schon zuletzt in Mexiko verlief der erste Tag der Rallye Argentinien spektakulärer, als im Vorfeld von Vielen erwartet worden war. Sébastien Loeb scheint einen beruhigenden Vorsprung zu haben, die Positionen dahinter trennen jedoch sehr geringe Abstände, so dass auch der morgige Tag wieder sehr spannend zu werden verspricht. Interessant wird auch zu beobachten sein, wie weit Latvala seine Aufholjagd noch nach vorne führen wird, seine Zeiten waren auch heute schließlich nicht weniger als siegreif.

Foto: Sutton