Nach Toro Rosso am Freitag ging die Bestzeit am Samstag an McLaren Mercedes. Mit einer Zeit von 1:19.583 Minuten verwies Lewis Hamilton Adrian Sutil und Rubens Barrichello auf die Plätze zwei und drei und fuhr gleichzeitig die schnellste Rundenzeit der Woche. Ein Getriebeproblem machte Barrichello jegliche Hoffnung auf die Bestzeit zunichte. Die fünftbeste Zeit setzte Michael Schumacher in den Asphalt. Der Wettergott schien am vierten Testtag doch ein Einsehen zu haben. Nachdem es zu Beginn der Session noch nass war, trocknete es allmählich auf und zu Mittag kam sogar die Sonne zum Vorschein.
Mit der Sonne kamen auch die Piloten öfter aus ihren Verstecken heraus. Die Samstag-Session eröffnete der Tagesbeste vom Vortag: Jaime Alguersuari. Die nasse Strecke machte dem Toro Rosso-Piloten im Gegensatz zu vielen anderen Piloten nichts aus. Michael Schumacher spulte im Nassen ein paar Runden ab, bevor er lange Zeit in der Box verschwand. Der siebenfache Champion fühlte sich mit seinem Auto noch nicht hundertprozentig wohl, weshalb seine Ingenieure einiges am MGP01 veränderten. Um 13.36 Uhr ging es für Schumacher wieder auf die Strecke.
Sebastian Vettel, Jaime Alguersuari und Felipe Massa fuhren inzwischen 10 bis 15 Runden am Stück, während Lewis Hamilton die trockenen Bedingungen nutzte, um gleich 26 Runden am Stück abzuspulen. Mit jeder Runde wurde der McLaren-Pilot schneller. Seine Bestzeit knallte Hamilton allerdings kurz vor Ende der Session in den Asphalt. In Sachen Longruns standen Massa und Schumacher Hamilton in nichts nach. Der Ferrari-Pilot spulte 50 Runden ab, wobei ihm am Nachmittag auch ein kleiner Fehler unterlief. Der Brasilianer kam von der Strecke ab, das Auto blieb dabei unbeschädigt.
Mit einer anderen Aktion sorgte Massa für die zweite rote Flagge des Tages: der Ferrari-Pilot blieb in Kurve zehn stehen, zuvor hatte er 40 Runden am Stück gedreht. Gleiche Szene, anderer Pilot am Vormittag: Gegen zehn Uhr blieb Sebastian Vettel in Kurve neun stehen. Der Red Bull-Pilot hatte zuvor 22 Runden in Folge abgespult. Die dritte rote Flagge ging auf das Konto von Michael Schumacher. Mögliche Erklärung: Schumacher, Vettel und Massa könnte absichtlich der Sprit ausgegangen sein, denn die Teams testen nur allzu gerne wie weit sie gehen können.
Gute Nachricht gab es nach einer problematischen Woche am Ende doch noch für Virgin: Lucas die Grassi spulte mehrere Runden ohne Probleme ab. Bei Virgin war man am vierten Testtag auf Nummer sicher gegangen: Bevor man di Grassi überhaupt auf die Strecke schickte, hatte man den halben Vormittag an seinem Auto gearbeitet.

Foto: Sutton