Nach dem Rennen in Monaco entschieden die Stewards, dass Michael Schumachers Überholmanöver gegen Fernando Alonso in der letzten Kurve nicht erlaubt war, obwohl das Safety Car die Strecke verlassen hatte und der Streckenstatus grün war. Der Rekordweltmeister erhielt eine Strafe von 20 Sekunden, womit er von Rang sechs auf Rang zwölf zurückfiel, weil das Feld aufgrund der vorherigen Safety Car Phase dicht aufgereiht war. Den letzten Punkt ergattert damit Sebastien Buemi.
Schumacher hatte nicht mit einer Bestrafung durch die Rennkommissare gerechnet, unter denen auch sein ehemaliger WM-Rivale Damon Hill als Fahrervertreter war. "Ich kann keine Strafe sehen, aber vielleicht haben wir etwas übersehen, also abwarten, was auf uns zukommt", sagte er kurz nach dem Rennen. Sein Team hatte ihm und Teamkollege Nico Rosberg während der letzten Safety Car Phase per Funk mitgeteilt, dass er überholen solle.
"Mir ist mitgeteilt worden, dass die Rennstrecke frei ist", sagt Schumacher. Das sei seinem Team auf dem Monitor mitgeteilt worden. "Insofern darf man ab der SC-Linie 1 racen. Das habe ich ein bisschen vorbereitet, meine Reifen auf Temperatur gebracht und gehofft, dass irgendjemand mir die Chance gibt." Das tat Alonso.
Artikel 40.13 des Sportlichen Reglements der FIA besagt: "Wenn das Rennen hinter dem Safety Car endet, fährt es am Ende der letzten Runde in die Boxengasse und die Autos sehen die karierte Flagge ohne Überholen." Das war im Fall Schumacher nicht gegeben.
Niki Lauda hatte das Manöver von Schumacher gelobt. "Ein geniales Manöver. Alles richtig, Alonso hat geschlafen, Schumacher hat es ausgenutzt", so Lauda. "Die Stewards untersuchen es, weil sie nicht wissen, wie man solche Sachen interpretiert. Aber das ist mir egal, die Leistung von Michael war richtig." Fernando Alonso und das Ferrari-Lager sahen das erwartungsgemäß anders. Der Spanier erhält durch Schumachers Strafe Platz 6 zurück, den er vom letzten Startplatz durch eine clevere Strategie einfuhr.

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