
Bieder und konservativ? Ach, Quatsch! Mit der Weltpremiere des GTC Concept (Gran Turismo Coupé) gibt Opel auf dem 77. Genfer Automobilsalon einen ersten Ausblick darauf, wie die Formensprache der Traditionsmarke künftig aussehen wird. Zudem trägt die Studie auch den Entwurf eines neuen Markenlogos, bei dem der Opel-Schriftzug in die breiter ausgeführte Umrandung des Blitzes integriert ist.
Angetrieben wird der Opel GTC Concept von einem aufgeladenen, 220 kW/300 PS starken 2,8-Liter-V6-Benzintriebwerk mit zwei verstellbaren Nockenwellen, das mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert ist und sein maximales Drehmoment von 400 Nm bereits ab 1.850 und dann bis 4500 min-1 zur Verfügung stellt. Den Sprint von Null auf Tempo 100 erledigt die Studie laut Berechnungen in rund sechs Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt.
Seine Kraft bringt das Hightech-Turboaggregat über ein fortschrittliches, elektronisch gesteuertes Allradsystem auf die Straße, das voll in die Regelung des adaptiven IDSPlus-Fahrwerks integriert ist. Eine elektronisch angesteuerte Drehmoment-Übertragungseinheit teilt die Kräfte stufenlos für optimale Traktion und Fahrdynamik zwischen Vorder- und Hinterachse auf. Die blitzschnelle Regelung ermöglicht es dabei - zum Beispiel beim starken Beschleunigen -, mehr Kraft auf die Hinterachse zu geben, bevor überhaupt Schlupf auftreten kann. So entsteht ein Fahrgefühl wie bei einem sportlichen Hinterradantrieb. Ein ebenfalls elektronisch geregeltes Sperrdifferential an der Hinterachse verbessert Stabilität und Traktion durch die Verteilung des Drehmoments zwischen den beiden Hinterrädern zusätzlich.
Für Onboard-Flexibilität sorgt das zum Patent angemeldete "Flex4"-System: Die Rückenlehnen der beiden Fondsitze können ferngesteuert per Knopfdruck separat an die vorderen Sitze andocken, so dass ein geräumiger Drei- oder Zweisitzer mit ebener Ladefläche und bis zu über 1.000 Litern Gepäckraumvolumen entsteht. Wie bei Opel üblich, müssen dabei die Sitze weder aus- noch eingebaut werden.
Der GTC Concept kündigt eine neue Design-Ära für Opel an. Wie schon der Speedster 1999 oder der GTC Genève 2003, markiert die Studie einen Wendepunkt und schlägt ein neues Kapitel in der Entwicklung der Opel-Formensprache auf. Ein Schlüsselelement des seidengrau lackierten GTC Concept (Länge/Breite/Höhe: 4.830/1.867/1.432 Millimeter, Radstand: 2.737 mm) ist die aggressiv gestaltete, athletische Front mit großen vertikalen Aluminium-Lufteinlässen, die in die Scheinwerfer hineinragen. Diese vertikalen Gestaltungselemente werden am Heck von der Auspuffanlage wieder aufgenommen und stehen für eine neue, unverwechselbare Performance-Grafik, die von vorn wie von hinten sofort ins Auge sticht.
Die stolze Front des Opel GTC Concept ist zudem geprägt von einem großen trapezförmigen Grill mit markentypisch breiter, in poliertem Aluminium ausgeführter Querspange, die ein neu interpretiertes, prägnanteres Markenlogo trägt. Die Opel-typische "Bügelfalte" auf der Motorhaube, die auffälligen Alu-eingefassten vertikalen Lufteinlässe und die markanten Scheinwerfer signalisieren im harmonischen Zusammenspiel Leistungsfähigkeit und Stärke. Die Verwendung von LED-Technologie eröffnete den Designern darüber hinaus kreative Freiräume zur Realisierung einer speziellen Nachtgrafik der Front- und Heckleuchten.
Mit Modellen wie dem neuen Corsa, dem Antara und dem Opel GT hat sich das Innenraum-Design der Marke bereits deutlich hin zu einem freundlicheren Stil mit einladendem Charakter entwickelt. Der GTC Concept geht jedoch einen signifikanten Schritt weiter und repräsentiert damit das nächste Kapitel der Opel-Markenidentität beim Interieur. Seine Formen und Oberflächen nehmen die Sprache des Exterieurs auf und visualisieren in ihrer skulpturalen Gestaltung förmlich die Dynamik des Fahrerlebnisses. Der obere Teil des Cockpits erstreckt sich über der Instrumententafel in einer geschlossenen Linienführung von Tür zu Tür und vermittelt so Fahrer und Beifahrer ein Gefühl der Geborgenheit. Das Design-Thema wird noch betont durch die große integrierte Mittelkonsole, die über der Dekoroberfläche zu schweben scheint und in ihrer Erscheinung hochklassigen Audio-Geräten gleicht.