
Mit einem letzten Extremtest in Namibia (und incognito) wird Volkswagen die Entwicklungsphase des neuen Tiguan abschließen. Während der finalen Abnahmefahrt auf dem afrikanischen Kontinent werden vor allem Elektronik-Bauteile und das Fahrwerk des neuen SUV getestet. In Sachen Elektronik steht besonders ein technisches Highlight an Bord des Tiguan im Fokus der Tester: die völlig neue Radio- und Navigationssystem-Generation.
Sie wurde in enger Kooperation mit den wichtigsten Volkswagen Dependancen in Europa, Asien und Amerika konzipiert. Das Topsystem der neuen Linie mit der Bezeichnung RNS 500 besitzt eine 30-Gigabyte-Festplatte und wird via Touchscreen gesteuert.
Gänzlich neue Elektroniksysteme erleichtern auch die Geländefahrten mit dem Tiguan. So kommt erstmals in diesem besonders agilen, fahraktiven SUV unter der Bezeichnung "Offroad-Taster" eine Vernetzung von Assistenzsystemen zum Einsatz. Mit nur einem Knopfdruck wird dabei eine ganze Armada von Sicherheitsfeatures aktiv, die dem Fahrer in vielen Situationen hilfreich zur Seite stehen.
Den Staub Namibias müssen bei diesem letzten Test alle Motor- und Karosserieversionen des Tiguan "schlucken". Volkswagen wird den SUV - und das ist bislang einmalig - ausschließlich mit aufgeladenen Motoren anbieten. Die TSI (Benziner) leisten 110 kW / 150 PS, 125 kW / 170 und 147 kW / 200 PS; die TDI (Diesel) entwickeln 103 kW / 140 PS und 125 kW / 170 PS.
Aber nicht nur unter der Motorhaube, sondern auch äußerlich werden sich die Varianten des neuen VW unterscheiden: In erster Linie über die Frontpartie differenzieren sich die zwei Karosserievarianten des Tiguan. Die Versionen "Trend&Fun" und "Sport&Style" sind vorn für einen maximalen Böschungswinkel von 18 Grad ausgelegt. Der noch stärker auf den Geländeeinsatz abgestimmte Tiguan "Track&Field" nimmt mit seiner Frontpartie Böschungswinkel von bis zu 28 Grad.
Erreicht wurden die Vorgaben in Sachen Fahrkomfort mit einem Fahrwerkslayout, das in dieser Klasse Maßstäbe setzen soll: Vorn kommt im Tiguan eine speziell auf den SUV zugeschnittene McPherson-Achse mit untenliegenden Dreiecks-Querlenkern und radführenden Federbeinen zum Einsatz. Die Basis der Achse bildet ein einteiliger Aluminium-Hilfsrahmen.
Die Vierlenkerhinterachse wurde derweil ideal auf den permanenten Allradantrieb 4MOTION abgestimmt. In ähnlicher Form hat sich die extrem robuste aber gleichzeitig dynamisch ausgelegte Achsgeometrie bereits im Passat 4MOTION bewährt. Im Hinblick auf den Offroad-Einsatz kommt im Tiguan jedoch statt eines Hilfsrahmen aus Aluminium ein gänzlich neu entwickeltes und ebenfalls gewichtsoptimiertes Pendant aus hochfesten Stählen zum Einsatz.
Für die Hinterachse wurden zudem neu entwickelte Schwingungsdämpfer mit einem erhöhtem Ölvolumen entwickelt; das günstige Temperaturniveau macht die Dämpfer selbst für härteste Offroad-Fahrten fit. Wie die ebenfalls neu entwickelten Dämpferbeine der Vorderachse sorgen beide Bauteile für ausgesprochen gute Komforteigenschaften.
Den Kontakt zur Straße oder Piste stellen beim Tiguan in den Grundversionen 16-Zoll-Räder mit Reifen der Dimension 215/65 R16 her. Der Tiguan "Sport&Style erhält serienmäßig 17-Zoll-Leichtmetallräder und Reifen der Größe 235/55 R17. Als Sonderausstattung wird es zudem 18-Zoll-Felgen mit Pneus im Format 235/50 R18 geben.