Redaktions-Special Feinstaub
Das unsichtbare Problem
Mikroskopisch kleine Rußpartikel sorgen derzeit für Aufregung in Deutschland. Ursache ist eine EU-Regelung aus dem Jahr 2001, welche die Grenzwerte der so genannten "Feinstaub"-Belastung der Luft festlegt und eine Überschreitung dieser Grenzen an nur 35 Tagen im Jahr erlaubt. Großstädte wie München, Köln oder Hamburg haben das Limit bereits überschritten. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge könnten als Konsequenz drohen.
Schuldzuweisungen statt Lösungen
Statt eine schnelle und umweltverträgliche Einigung zu suchen, schieben sich Politik, Industrie und Automobilclubs gegenseitig die Verantworung für die dicke Luft in den Städten zu. Der technische Fortschritt im Bereich wirksamer Partikelfilter, so scheint es, wurde in Deutschland einfach verschlafen. Noch immer wächst die Zahl derer, die aufgrund hoher Benzinkosten auf günstige und verbrauchsarme Dieselfahrzeuge umsteigen. Der hohe Schadstoffaustoß im Vergleich zu Benzinern indes ist zwar bekannt, wurde aber als Problem selbst vor dem Hintergrund der EU-Regel verkannt.
Nun wächst die Angst der Dieselfahrer vor drohenden Fahrverboten. Während in Frankreich Hersteller wie Citroen oder Peugeot Rußpartikelfilter längst serienmäßig in ihren Dieselfahrzeugen anbieten, müssen deutsche Dieselfans noch immer ärgerliche Aufpreise für dessen Einrichtung bezahlen. Auch eine steuerliche Förderung von Partikelfiltern ist nicht in Sicht.
Lesen Sie hier die Reaktionen ausgewählter Verbände, Hersteller und des Verkehrsministerums auf die Feinstaubproblematik.
Zur aktuellen Feinstaubdebatte erklärte Bundesminister Dr. Manfred Stolpe am Rande der Verkehrsministerkonferenz vom Mittwoch in Berlin: "Der Lkw-Verkehr trägt erheblich zur Dieselrußbelastung bei. Neben den steuerlichen Anreizen für Filter in Diesel-Pkw, die die Bundesregierung konsequent verfolgt, müssen wir deshalb auch den Rußausstoß bei Nutzfahrzeugen deutlich reduzieren [mehr...]
Als erster deutscher Hersteller reagiert Mercedes-Benz auf die Feinstaub-Problematik und bietet ab sofort mehr Diesel-Fahrzeuge mit serienmäßigem Partikelfilter an als jeder andere Automobilhersteller weltweit. So sind ab sofort alle neu bestellten Diesel-Modelle der C- und E-Klasse, der CLK-Klasse und der neuen M-Klasse in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz serienmäßig mit der innovativen Filtertechnologie ausgerüstet [mehr...]