Aus für Opel in Bochum

Dramatische Zeiten in Bochum – Opel-Werk steht vor dem Aus

Seit Wochen prophezeien US-Zeitungen und Nachrichtenmedien das Aus für Opel in Bochum bis Ende 2016. Heute Vormittag wurde dies auf einer Belegschaftsversammlung durch den Opel-Vorstand teilweise bestätigt. Damit stehen dem 50 Jahre alten Werk die wohl schlimmsten Zeiten bevor.

Das Opel-Werk in Bochum
Das Opel-Werk in Bochum steht vor dem Aud, Foto: Opel

Mit dem Auslauf des aktuellen Opel Zafira endet voraussichtlich im Jahr 2016 die Fertigung kompletter Fahrzeuge in Bochum. Bereits im Juni hatte der Konzern angekündigt, dass kein Nachfolge-Modell für den Zafira Tourer angesiedelt werden kann und dieser Status konnte offenbar trotz großer Anstrengungen nicht geändert werden. Zwar laufen derzeit noch Gespräche mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung über Alternativen, allerdings werden diese durch die geplante Schließung des Getriebewerkes im kommenden Jahr nicht erleichtert. Damit stehen bis zu 3.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Als Hauptgrund für die derzeitige Situation werden vor allem der weiterhin rückläufige europäische Automobilmarkt und die deutlichen Überkapazitäten in der gesamten europäischen Automobilindustrie genannt. Nach Angaben der US-Muttergesellschaft General Motors wurden in Europa in den letzten Jahren mehrere Milliarden verloren. Allein für dieses Jahr kalkuliert GM laut New York Times mit 1,8 Milliarden Dollar Verlust, was nach insgesamt 12 Jahren defizitärem Europa-Geschäft des US-Konzerns nur die Spitze des Eisbergs ist. Eine Trendwende wird dabei frühestens 2015 gesehen – denn bis dahin will GM, gekoppelt mit den drastischen Schließungen, neuen Vertriebsstrategien sowie einer Export- und Modell-Offensive wieder schwarze Zahlen mit Opel schreiben. Bis 2016 soll die Marke 23 neue Modelle und 13 neue Motoren auf den Markt bringen.

Fragen inwieweit das Detroiter Management für die Opel-Krise verantwortlich ist, hört die Konzernführung dabei nicht gerne und noch viel weniger gerne werden diese beantwortet. Fakt ist jedoch, dass seit 1970 im Durchschnitt alle drei Jahre der Opel-Chef wechselte und somit keine konstante Problemlösung ausgearbeitet werden konnte. Weitere Vorwürfe, wie GM seine Tochter bis dato daran hindert, in wichtige Wachstums-Märkte außerhalb der EU zu exportieren oder das General Motors Opel konstant mit seinen Chevrolet-Modellen in Europa Konkurrenz macht und somit seine eigene Marke torpediert, werden dabei meist nicht zur Sprache gebracht.

Die Folgen durch die Schließung der Automobilfertigung in 2016 soll mit einem eventuellen Ausbau des Warenverteilungszentrums mit derzeit 430 Mitarbeitern abgemildert werden. Zudem verhandelt die Opel-Geschäftsleitung mit der Arbeitnehmervertretung über die Ansiedlung einer wirtschaftlichen Komponentenfertigung. Sollte dies durchgesetzt werden, könnte in diesem Zuge auch die geplante Schließung des Getriebewerkes eventuell revidiert werden.

Es bleibt also dramatisch in Bochum – so verließ die Opel-Geschäftsführung heute nach bekanntgeben der Schließung vorzeitig die Betriebsversammlung und stellte sich nicht den Fragen der Belegschaft, die das Ende der Autoproduktion nicht hinnehmen und weiter um den Erhalt des Standorts kämpfen will.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bildet dabei noch das Konzept für die Entwicklungsgesellschaft "Bochum Perspektive 2022", welches seit Juni diesen Jahres mit Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bochum und den Arbeitnehmervertretern diskutiert wird. Ziel der Gesellschaft ist es, Arbeitsplätze in Bochum und im Ruhrgebiet zu sichern und parallel neue Jobs zu schaffen. Mit Hilfe seitens der Bundesregierung kann bei der Schließung allerdings nicht gerechnet werden. Laut Regierungsberichten wird das angekündigte Ende zwar außerordentlich bedauert, allerdings bestünde kein Anlass, sich in den Streit zwischen GM und Opel einzumischen.

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