Neuwagen richtig einfahren – ist das heutzutage noch notwendig?

Muss ein neues Auto heute noch eingefahren werden?

Seit einigen Jahren finden Neuwagen-Besitzer in der Betriebsanweisung keine Empfehlung mehr zum Umgang mit dem neuen Fahrzeug auf den ersten Kilometern. Dies wirft bei vielen Fahrzeughaltern die Frage nach der Notwendigkeit eines behutsamen Einfahrens auf. Wie sollte das neuen Familienmitglied also auf den ersten Kilometern gehandhabt werden, was ist ratsam und was sollte unterlassen werden?

Neuwagen einfahren
Bei einem Neuwagen sollten Sie es auf den ersten 1.500 Kilometern ruhig angehen lassen, Foto: © Nobilior - Fotolia.com

Behutsam beschleunigen und hohe Drehzahlen vermeiden

Durch moderne Fertigungsmethoden kommt es bei der Prodution von Motoren heutzutage kaum noch zu relevanten Abweichungen bei den Abmessungen der Bauteile, so dass ein längeres Einfahren mit speziellen Motorölen nicht mehr notwendig ist. Dennoch sind die Mechaniken in einem brandneuen Aggregat nicht vollständig aufeinander eingespielt und benötigen etwas Zeit für einen sprichwörtlich reibungslosen Ablauf.

Wer das Einfahren möglichst schonend gestalten will, der sollte sich nach Empfehlung des TÜV Nord auf den ersten 1.000 Kilometern auf behutsames Beschleunigen beschränken. Zudem sollte maximal mit der halben Höchstdrehzahl gefahren werden, anstatt dem Jucken im rechten Fuß nachzugeben. Dafür ist später noch genug Zeit. Während der darauf folgenden 500 Kilometer sollte der Motor an Lastwechsel gewöhnt werden. Dabei darf dann auch mal an den höheren Drehzahlen geschnuppert werden. Vollgasfahrten sollten Sie allerdings noch vermeiden. Bei einigen Motoren, insbesondere Dieselaggregaten, kann es in der Anfangszeit zu einem erhöhten Ölverlust kommen. Daher sollten Sie den Ölstand stets im Auge behalten.

Während dieser 1.500-Kilometer langen Motor-Eingewöhnungsphase, schleifen sich die einzelnen Bauteile durch Reibung noch ein wenig ab. Daher empfiehlt es sich, den ersten Wechsel von Motoröl und Ölfilter etwas vorzuziehen und schon nach 3.000 oder 5.000 Kilometern durchzuführen. Die eventuell vorhandenen Partikel, die durch das Einfahren in das Motoröl gelangt sind, werden so entfernt.

Neben dem Motor wollen auch Bremsen und Reifen eingefahren werden

Auch andere Baugruppen des Fahrzeugs bedürfen anfangs eines besonderen Augenmerks, damit die Freude am neuen Auto lange währt. Gerade die sicherheitsrelevanten Bauteile Bremsen und Reifen besitzen nicht von Beginn an ihre volle Leistungsfähigkeit.

Bei Autoreifen liegt die Ursache im Produktionsprozess. Sie besitzen im fabrikneuen Zustand einen öligen Überzug, der leider keine optimale Haftung bietet und erst nach 200 bis 300 Kilometern abgefahren ist. Die Bremsanlage muss sich in der selben Zeitspanne erst einschleifen, bevor sie maximal verzögern kann. Ein umsichtiges Fahren und kontrolliertes Bremsen ist daher besonders wichtig.

Ebenfalls ist oftmals das Zusammenwirken von Stoßdämpfern und Federn in der Anfangszeit noch nicht optimal. Es sollte Sie also nicht verwundern, wenn bei unebener Fahrbahn der erwünschte Komfort noch nicht ganz erreicht wird.

Fazit: Für den richtigen Umgang mit Neuwagen bleibt festzuhalten, dass in der Anfangszeit nach wie vor von starken Beschleunigungsmanövern und Vollgasfahrten abzuraten ist. Zudem sollte stets beachtet werden, dass Bremsen und Reifen noch keine optimale Wirksamkeit besitzen. Ein behutsames Einfahren von Neuwagen bleibt somit auch heutzutage noch empfehlenswert.

Autor: sk

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